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  Gerdy Sperger - 1A Fan des SCR

Gerdy Sperger

Ob man in Garmisch-Partenkirchen wirklich weiß, was man hat an einer Frau wie ihr? Die ihrem SCR nicht nur über Jahrzehnte und über alle Höhen und durch alle Tiefen hindurch die Treue hält, sondern auch noch in mühevoller Kleinarbeit die Vereinschronik geschrieben und damit dafür gesorgt hat, dass die Geschichte des großen Traditionsclubs nicht in Vergessenheit gerät.

In diesen Tagen wird Gerdy Sperger 19 Jahre alt. Was so freilich nicht stimmt. Es hat ganz einfach damit zu tun, dass sie am 29. Februar geboren worden ist – und dieses Datum gibt es bekanntlich nur alle vier Jahre…

Ein kleines Gespräch am Rande eines Auswärtsspiels.

Liebe Gerdy Sperger! Wann und wie sind Sie denn überhaupt zum Eishockey gekommen?
Mein erstes Spiel habe ich bereits 1951 gesehen. Da habe ich noch in Ludwigshafen gelebt und der Verein, den man da angefeuert hat, war natürlich der Mannheimer ERC.

Von Mannheim an den Riessersee ist es allerdings ein weiter Weg…
Wie das Leben so spielt: Ich habe meinen Mann während des Urlaubs in Garmisch-Partenkirchen kennengelernt. Und 1961 bin ich dann von Ludwigshafen unter die Alpspitze gezogen. Mein Mann war auch sehr eishockey-interessiert. Aber anfänglich bin ich nur ins Stadion gegangen, wenn die Mannheimer kamen.

Und wann wurde dann aus Ihnen der wahre SCR-Fan?
1971 ist leider mein Mann gestorben. Von da an bin ich aber mit den Kindern regelmäßig zu den Heimspielen. Und ich hab dann auch schon immer mal Zeitungsartikel aufgehoben. Irgendwie habe ich damals bereits begonnen, die Chronik zu erstellen.

Sie sind aber nicht Fan und Chronistin im Hauptberuf…
Nein, ich war bis 1964 bei einer Bank in Garmisch-Partenkirchen, dann acht Jahre lang in der Buchhaltung bei einem Steuerberater. Das akribische Arbeiten, das diese Berufe erfordern, hat sicher bei der Chronik geholfen. Aber das Stadion hat für mich immer Entspannung geboten -  da kann ich mich abreagieren, da kann ich reinschreien, einfach Ballast abladen…

Die tollsten Momente in ihrer Fan-Laufbahn?
Das waren die zwei Meisterschaften,  1978 und 1981. Das Stadion voll bis auf den letzten Stehplatz! Und natürlich die Oberliga-Meisterschaft in der Saison 2010/11.

Sie haben 2 ½ Jahre an der SC-Chronik gearbeitet, haben nicht nur die großen Erfolge erlebt, sondern auch die dunkleren Tage. Wie steckt man das weg?
Ganz einfach: Einmal Fan, immer Fan!

Über all die Jahre gesehen: Welche waren ihre Lieblingsspieler?
Ich würde mal sagen, das waren Toni Pohl, Putzi Reil und Flori Storf.

Und in dieser Saison?
Tim Regan und Hardi Wild.

Seit 1974 kaufen Sie Jahr für Jahr eine Dauerkarte. Aber nicht nur das: Sie sind auch bei den Auswärtsspielen oft dabei.
In der Oberliga war ich bei allen Auswärtsspielen dabei. Und heuer auch schon oft: in Bremerhaven, Dresden, Hannover. Wenn Busse fahren, fahr ich immer mit. Und da schimpf‘ ich dann auch schon mal, wenn die anderen Fans zu wild werden…

Ihr Lebenswerk, die Chronik  „80 Jahre Eishockey Sportclub Riessersee“, gibt es im Fanshop für 20 Euro. Reich wird man dabei nicht, oder?
Das war auch nie das Ziel. Der gesamte Erlös kommt dem Eishockey-Nachwuchs des SCR zugute. Und noch etwas: Die Chronik hätte ja auch nie entstehen können, wenn nicht viele Leute geholfen hätten. Denen gebührt immer noch Dank.

Und wir danken für dieses Gespräch – und wünschen Ihnen natürlich alles, alles Gute zum 19. Geburtstag…